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Vickers Varsity T1

Militärmaschine der Royal Air Force (RAF) zur Ausbildung von Piloten und Navigatoren

Diese britische Militärmaschine war bei der Royal Air Force (RAF) von 1952 bis 1976/77 für die Ausbildung von Piloten und Navigatoren im Einsatz. Sie basiert auf der Grundversion der zivilen Vickers Viking. Die Flugzeuge vom Typ Vickers Varsity zeichneten sich durch eine große Nutzlastkapazität, ihre Reichweite, die großzügige Kabine und eine gewisse Unauffälligkeit aus. Damit waren sie hervorragend für den Einbau von Fernmelde- und elektronischer Aufklärungstechnik geeignet. Alle Varianten hatten Kameras eingebaut. Maschinen dieses Typs flogen auch Gatow an, den Flugplatz der britischen Alliierten in Berlin. Einige von ihnen gehörten zum ,,Signals Command”, dem Fernmeldekommando der RAF.

 

Das Flugzeug mit der Kennung „WF 382“ wurde 1983 in Peterborough ausgemustert, nach Gatow überführt und diente der Flughafenfeuerwehr der RAF als Übungsobjekt. 1987 schenkten die Briten sie dem Deutschen Technikmuseum. Die Varsity verblieb aus Platzgründen zunächst in Gatow. 2001 wurde sie dem Verein „West-Alliierte in Berlin e.V.“ am Flughafen Tegel übergeben. 2020 gelangte das Flugzeug in den Besitz des Militärhistorischen Museums Flugplatz Berlin-Gatow.

Antrieb2 x Bristol Hercules 264
Leistungje 1.977 PS
Art14-Zylinder, Doppel-Sternmotore
Spannweite29,16 m
Länge20,57 m
Höhe7,29 m
Startgewicht17.000 kg
max. Geschwindigkeit465 km/h
Reichweite4.260 km
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Grundversion Vickers Viking:

 

Das Grundmodell “Vickers Viking” als erstes britisches Nachkriegsverkehrsflugzeug war als Ersatz für die Douglas DC-3 der USA gedacht. Sie wurde 1944 aus dem Bombenflugzeug „Wellington“ abgeleitet, von dem die stoffbespannten Außenflügel, die Triebwerkgondeln und das Fahrwerk fast unverändert übernommen wurden. Der Prototyp VC-1, noch ohne Druckkabine, flog erstmalig am 22. Juni 1945. Die „Viking I A“ hatte noch stoffbespannte Tragflächenl und Ruder. Von ihr wurden 19 Stück gebaut. Bei der „Viking l“ waren die Tragflügel in Ganzmetallbauweise hergestellt worden. Von ihr wurden 31 Stück gebaut. Die „Viking 1 B“ erhielt durch Ausbau der Bugnase einen um 70 cm längeren Rumpf. Bis 1947 verdrängten Maschinen dieses Typs die Douglas DC-3 von zahlreichen westeuropäischen Strecken. Von ihr wurden ca. 115 Stück gebaut. Militärische Versionen mit stärkeren Triebwerken erhielten die Bezeichnung „Valetta“, ein Navigationstrainer der britischen Luftstreitkräfte die Bezeichnung „Varsity“ .Insgesamt wurden 166 Flugzeuge dieses Musters gebaut.

Doppelsternmotor Bristol Hercules VI mit 14 Zylindern der Vickers Varsity T1:

 

Der Doppelsternmotor “Bristol Hercules” war ein ab 1936 entwickelter Flugzeugmotor mit 14 Zylindern und Schiebersteuerung der Bristol Engine Company. Vom Flugmotor wurde insgesamt 57.400 Stück gebaut und im Zweiten Weltkrieg in vielen britischen Flugzeugen verwendet.

 

Die 7 Zylinder der hinteren Sternebene des luftgekühlten Doppelsternmotors waren versetzt angeordnet, so dass sie zwischen den sieben Zylindern des vorderen Sterns hervorschauten. Dadurch erreichte auch sie ein ausreichender Kühlluftstrom. Der Bristol Hercules hatte eine ventillose Schiebersteuerung nach Burt-McCollum. Dadurch ließen sich höhere Verdichtungsverhältnisse realisieren, der mechanische Wirkungsgrad stieg gegenüber einer Ventilsteuerung, die Kolbentemperatur lag niedriger als bei Zweiventilmotoren und es konnten höhere Drehzahlen erreicht werden, was der Leistung des Motors erhöhte. Einziger Nachteil dieser Bauart war der deutlich höhere Konstruktions- und Fertigungsaufwand.

 

Technische Daten:

  • Typ: 14-zylindriger Viertakt-Doppelsternmotor mit Luftkühlung

  • Ventilsteuerung: „Burt-McCollum“-Schiebersteuerung mit drei Einlass- und zwei Auslasskanälen

  • Bohrung: 146 mm (5,75 in)

  • Hub: 165 mm (6,5 in)

  • Hubraum: 38,67 Liter (2.360 cui.)

  • Kompression: 7,0 : 1

  • Leistung: 1650 PS (1213 kW) bei 2800/min

  • spez. Leistung: 42,7 PS/l (31,4 kW/l)

  • Masse: 765 kg

  • Leistungsgewicht: 0,464 kg/PS (0,631 kg/kW)

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