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Bölkow BO 46 V1

Versuchshubschrauber mit Schwenkrotorblatt

Mit dem  Schwenkrotorblattsystem des Erprobungshubschraubers sollten Geschwindigkeiten erreicht werden, die doppelt so hoch waren, wie bei den damaligen Hubschraubern. Während der Flugerprobung ergaben sich jedoch Probleme, die bei den Windkanaltests nicht auftraten. Mit den damals verfügbaren Materialien und Technologien konnten diese Probleme nicht gelöst werden. Das Projekt wurde daher wieder aufgegeben.

VerwendungHochgeschwindigkeits-Experimentalhubschrauber
HerstellerBölkow Entwicklungen KG
LandDeutschland
Erstflug1964
Länge12,40 m
Höhenicht bekannt
Rotordurchmesser10 m
  Anzahl Rotorblätter5
Heckrotor1,8 m
  Anzahl Rotorblätter6
Triebwerk1 x Turbomeca Turmo 111 B
Leistung800 WPS
ArtTurbine
GetriebeFLT-71
max. Geschwindigkeitgeplant 450 km/h
Dienstgipfelhöhenicht bekannt
Leergewicht1330 kg
Abfluggewicht2000 kg
Reichweitenicht bekannt
Besatzung1
Bewaffnungkeine
Produziert3

Die Bölkow Entwicklungen KG arbeitete seit 1956 an mehreren neuartigen Rotorsystemen für Hubschrauber. In der Hauptsache konzentrierte sie ihre Entwicklungsarbeit auf den Hochgeschwindigkeitsrotor mit gesteuerter Schwenkbewegung – dem System „Derschmidt“ -, dessen Erprobung mit dem Experimentalhubschrauber Bölkow BO-46 durchgeführt wurde.

 

Windkanalversuche an Modellrotoren zeigten, dass dieses Rotorsystem Fluggeschwindigkeiten von über 500 km/h ermöglicht, ohne dadurch die besonderen Eigenschaften des Hubschraubers (Schwebeflug und hohe Wendigkeit) zu beeinträchtigen.

 

Zur Erprobung dieses Rotorsystems wurden drei Experimentalhubschrauber unter der Typenbezeichnung Bölkow BO-46 gebaut, von denen der erste im Jahre 1964 in Flugerprobung ging. Als Haupttriebwerk diente eine Wellenturbine Turbomeca Turmo III b mit 800 WPS. Die Getriebe für Haupt- und Heckrotor wurden von der Zahnradfabrik Friedrichshafen AG entwickelt, während die Rümpfe mit Kabine und Triebwerksverkleidung bei den Siebelwerken ATG in Donauwörth entstanden.

 

Die BO-46 hatte ein Fluggewicht von etwas über 2000 kg und sollte mit 2 zusätzlichen Schubtriebwerken Geschwindigkeiten von über 450 km/h erreichen. Der Durchmesser des fünfblättrigen Hauptrotors beträgt 10 m, der des sechsblättrigen Heckrotors 1,8 m. Die Blätter beider Rotoren bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Technische Schwierigkeiten bei der Überwindung von störenden Schwingungen im Rotorsystem führten dazu, das die Entwicklung gestoppt wurde.

Merckle M-133: Kombinationsfluggerät (z.T. Flugzeug und Hubschrauber)

Dieses Windkanalmodell entspricht der Bölkow BO 46 im Maßstab 1:5. Geplant war der Bau des Typs „Merkle M-133“. Das Projekt wurde aber nicht realisiert.

 

Das Modell wurde für den 1967 geplanten Typ Merkle M-133 genutzt. Dieses Fluggerät sollte aus folgenden Komponenten bestehen:

 

  • Rotor für den Auftrieb und Vorwärtsflug

  • Tragflächen, die den Auftrieb unterstützten

  • 2 Turbinen, die auch den Vorwärtsflug unterstützen

 

Dieses Modell – 2,236 m lang und mit Rotordurchmesser 2,204 m – entspricht weitgehend der Bölkow Bo 46 im Masstab 1:5. Es diente 1968 im Windkanal zur Bestimmung aller Kraft- und Momentbeiwerte des gesamten Fluggerätes mit Rotor im Vorwärtsflug. Dabei wurden mit den eingestellten Flugzeug- und Rotorsteuerwinkeln Flugzustände erreicht, die einem rotorentlasteten Vorwärtsflug und einem flächen- und rotorgestützten Vorwärtsflug entsprachen.

Geplant wurde die M-133 ab 1966 unter Verwendung des Bölkow Bo 46 Rumpfes. Die Merkle M-133 wurde dann aber nicht gebaut.

Länge12,360 m
Breite6,650 m
Rotordurchmesser11,00 m
Abfluggewichtca. 3 100 kp
Triebwerke2 x DB 730 / ZTL 6
Leistung2 x 993 kW (2x 1350 PS)
Geschwindigkeitca. 545 km/h (errechnet)
..

Rotorsystem mit sogenannter Blattwinkelrücksteuerung:

Im Rahmen von Systemstudien zur Steigerung der Fluggeschwindigkeit von Drehflüglern entwickelten 1962 die Merckle Flugzeugwerke GmbH in Oedheim/Württemberg ein Rotorsystem mit sogenannter Blattwinkelrücksteuerung, bei der der Blattwinkel bei positivem Schlagwinkel verringert wird und bei negativem vergrößert wird.

Die Anwendung dieses Prinzips bei gleichzeitig starker Entlastung des Rotors durch Tragflächen und gesonderte Schuberzeuger (siehe auch oberes Windkanalmodell Merckle M 133) erlaubte vergleichsweise höhere Fluggeschwindigkeiten.

Um die Machzahl am vorlaufenden Rotorblatt in zulässigen Größen zu halten, wurde die Rotordrehzahl im Schnellflug verringert. ALs Antriebsaggregat diente ein 30-kW-Gleichstrommotor.

 

  • Rotordurchmesser – 5,20 m

  • Blattzahl – 5

  • Fluggeschwindigkeit – 400 – 450 km/h

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