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Northrop AT-38B Talon

Erster zweistrahliger Trainer der USA für Militärpiloten

Die Northrop T-38 Talon ist ein zweistrahliger Trainer des US-amerikanischen Herstellers Northrop Corporation für Militärpiloten. Sie war das erste Schulflugzeug der Welt für Überschallgeschwindigkeit und ist noch immer im Dienst. Die T-38 wurde Mitte der 1950er Jahre als Trainer-Variante des Lightweight Fighter-Projekts (N-156 Projekt) entwickelt, aus dem später die F-5 Freedom Fighter entstand, die im Übrigen aktuell von der schweizer Kunstflugstaffel “Patrouille Suisse” in der Version Northrop F-5E Tiger II geflogen wird. Obwohl die United States Air Force damals keinen Bedarf für einen kleinen Jäger hatte, war sie doch an der Trainer-Variante als Ersatz für die Lockheed T-33 (auch T-Bird genannt) interessiert, mit der bis dahin die Ausbildung durchgeführt wurde.

Geschichtliche Entwicklung der Northrop AT-38B Talon:

 

Die US Air Force bestellte den Northrop T-38A Talon ursprünglich in den 1950er Jahren als fortschrittlichen Überschall-Flugtrainer. Die Manövrierfähigkeit der Talon machte sie auch als Trainer, Jagdflugzeug und als Angriffsflugzeug interessant.

 

Bevor das Lead-In-Fighter Trainer (LIFT)-Programm 1975 begann, wechselten neue Piloten direkt von den T-38, die sie im Undergraduate Pilot Training (UPT) flogen, zu den fortgeschrittenen Jägern eines operativen Jagdgeschwaders. Das LIFT-Programm reduzierte die Trainingsbelastung für neue Piloten, da sie die Grundlagen des Kampfflugzeugs in einem vertrauten Flugzeug erlernen konnten. Da der Betrieb des AT-38B Talon viel kostengünstiger war als der eines reinen Jägers, reduzierte das LIFT-Programm die Kosten. Das LIFT-Programm endete 1993 und wurde durch das Programm Introduction to Fighter Fundamentals (IFF) ersetzt. Das IFF-Programm bietet neuen Luftwaffenpiloten grundlegende Luft-Luft- und Luft-Boden-Flugtrainings.

 

Mit einer Waffenaufhängung unter dem Rumpf und einem Visier modifiziert, wurde der Talon zum AT-38B (LIFT). Northrop AT-38Bs konnten Kanonenhülsen, Raketen oder Übungsbomben tragen, und angehende Piloten lernten grundlegende Kampfmanöver und den Luft-Boden-Kampf.

 

Die relativ niedrige Luft-Luft-Abschussrate der USAF im Südostasienkrieg führte 1973 zur Schaffung des sehr erfolgreichen Luft-Luft-Kampftrainingsprogramms „Aggressor“, an der auch andere aktive USAF-Kampfpiloten teilnahmen, die schon an vorderster Front flogen. 1976 begann man die T-38A als Angriffsflugzeug durch die ähnliche, aber leistungsfähigere Northrop F-5E zu ersetzen.

 

Die AT-38B des Museums flog bis zu ihrer Ausmusterung im Jahr 1991 als Lead-in-Fighter-Trainer. Sie kam 1999 ins Museum und wurde 2004 ausgestellt.

Besatzung1 Flugschüler + 1 Ausbilder
Länge14,10 m
Spannweite7,70 m
Höhe3,92 m
Flügelfläche15,79 m²
Leergewicht3.260 kg
Startgewichtmax. 5.670 kg
Höchstgeschwindigkeit1.306 km/h
Dienstgipfelhöhe13.716 m

Reichweite1.760 km
Triebwerke2 x General Electric mit Nachbrenner
TypJ85-5A
ArtTurbojets
Leistungje 13,1 kN Schub
BewaffnungWaffenmast mit einem SUU-20-Bomben-/Raketenspender,
.einem SUU-11A/A-7,62-mm-Kanonengehäuse oder
.einem AF/B37K-1-Bombenbehälter
..

Nutzung bei der Deutschen Luftwaffe:

Die Luftwaffe kaufte Mitte der 1960e Jahre 46 Stück dieses zweisitzigen Überschall-Trainers. Ab Februar 1967 wurden die T-38A auf der Sheppard Air Force Base eingeführt. Am 30.03.1967 flogen in Sheppard die ersten deutschen Flugschüler mit der Talon.

Zur Zeit absolvieren knapp 200 Lehrgangsteilnehmer pro Jahr das Ausbildungsprogramm in Sheppard. Dazu zählen auch etwa 40 junge Deutsche, die das 55 Wochen dauernde Training durchlaufen. Es umfasst neben den insgesamt 260 Flugstunden (davon 123 auf T-37) zusätzlich 527 Theoriestunden. Sie sind zum Euro NATO Joint Jet Pilot Training (ENJJPT) / Sheppard Air Force Base in Texas/USA zusammen gefasst.

Ab Herbst 2005 werden die T-38A schrittweise durch die modifizierte T-38C (gleiche Zelle) ersetzt. Diese Version der T-38 ist mit einem modernen Glass-Cockpit ausgestattet, dass GPS, LINS, Flight-Data Computer und TCAS beinhaltet und den Erfordernissen neuer Ausbildungskonzepte und fliegender Waffensysteme angepasst ist.

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