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North American X-15 A-2

Hyperschall-Forschungsflugzeug

Die X-15 ist ein berühmter und bedeutender Teil der Luftfahrtgeschichte. Sein Zweck war es, hoch und schnell zu fliegen, die Maschine zu testen und den Piloten Bedingungen auszusetzen, denen zukünftige Astronauten ausgesetzt sein würden. Die Nordamerikanische X-15 A-2 unternahm die ersten bemannten Flüge an die Ränder des Weltraums und war das erste bemannte Flugzeug der Welt, das Hyperschallgeschwindigkeiten erreichte, also mehr als die fünffache Schallgeschwindigkeit. Die X-15 war ein wichtiges Werkzeug für die Entwicklung der Raumfahrt in den 1960er Jahren, und Piloten, die mit der X-15 über 80.467 Meter Höhe flogen, erhielten Astronautenflüge. Drei X-15 absolvierte zwischen 1959 und 1968 knapp 200 Flüge.

 

Das Programm war ein gemeinsames Projekt der U.S. Air Force / Navy / NASA, und vier der 12 Piloten waren Offiziere der U.S. Air Force. Ein Pilot, USAF-Major Michael J. Adams, starb 1967 bei einem X-15-Absturz. Ein weiterer X-15-Pilot, Neil Armstrong, wurde später der erste Mensch, der den Mond betrat.

Wie andere Raketenflugzeuge wurde die X-15 in der Luft von einem B-52-Bomber (Mutterschiff) in etwa  13.700 Meter Höhe gestartet. Sobald die mächtige Rakete gezündet war, flog die X-15 bis an die Grenzen der Atmosphäre und glitt dann ohne Antrieb auf einem ausgetrockneten Seebett. Typische Flüge dauerten etwa 15 Minuten.

 

Dieses Flugzeug ist das zweite der drei X-15. North American modifizierte es für noch höhere Geschwindigkeit, fügte die großen orange-weißen Treibstofftanks hinzu und verlängerte den Rumpf um etwa 18 Zoll. Dies war die schnellste X-15, sie erreichte im Oktober 1967 Mach 6,7. Diese Nordamerikanische X-15 A-2 wurde 1969 an das Museum geliefert.

Piloten1
Länge15,5 m
Höhe3,9 m
Spannweite6,7 m
Tragflügelfläche18 m²
Leergewicht8.320 kg (Version mit Außentanks)
Startgewicht25.460 kg (Version mit Außentank)
Höchstgeschwindigk.7.297 km/h
Reichweiteca. 450 km (ballistische Flugbahn)
TriebwerkeReaction Motors XLR-99

Technische Kurzbeschreibung:

 

  • Rumpf: Ganzmetall-Schalenbauweise aus Titan und Nikkel-Stahl-Legierung mit rundem Querschnitt und Integraltanks – an beiden Seiten absprengbare Zusatztanks.

 

  • Tragwerk: trapezförmiger Stummelflügel in Ganzmetallbauweise – hydraulisch betätigte Landeklappen.

 

  • Leitwerk: horizontale Stabilisierungsflosse in negativer V-Form – vertikale, keilförmige Stabilisierungsflosse über und unter dem Rumpf

 

  • Fahrwerk: ausfahrbar – steuerbare Bugstrebe mit Zwillingsrädern – an den Hauptstreben am Rumpfschwanz Stahlkufen.

Entspechend der Spezifikationen für den geplanten Erprobungsträger sollte eine Flughöhe 76.000 m erreicht und dabei eine Geschwindigkeit von über 7.000 km/h erzielt werden. Die Flugzeughülle sollte eine Temperaturen bis 650° C standhalten. Man wollte mit dem Projekt neue Erkenntnisse über Aerodynamik sowie Werkstoff- und Flugsteuerungstechnologien erhalten. Ferner wollte man die psychologischen Aspekte eines Hyperschalllfluges in großer Höhe erkunden. Insgesamt wurden 3 Testflugzeuge dieses Typs gebaut.

 

Um das Gewicht möglichst gering zu halten, bestand die Zelle aus dem Werkstoff Iconel-X, einer Nickel-Chrom-Legierung. Als Antrieb wurde das Raketentriebwerk XLR-99 von Thiokol Chemical Corporation mit rund 235 kN Schub genutzt. Als Treibstoff kamen Sauerstoff und Ammoniak zum Einsatz. Da die X-15 außerhalb der Erdatmosphäre fliegen würde, musste man ein Flugsteuerungssystem entwickeln, das sowohl aus konventionellen Steuerklappen als auch Steuertriebwerken bestand.

 

Das Versuchsflugzeug wurde mit einer Trägermaschine vom Typ Boeing B-52 Stratofortress auf ihre Einsatzhöhe von 12.000 Meter gebracht und dann ausgeklinkt. Nach dem Ausklinken und der Zündung des Antriebs flog die Maschine eine Flugbahn in Form einer Parabel, – erst ein Steigflug und danach eine Sinkphase mit Wiedereintritt in die Atmosphäre. Nach etwa drei Minuten war das Raketentriebwerk ausgebrannt und die X-15 wurde zu einem Überschall-Segelflieger.

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