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North American B-25 Mitchell

mittelschwerer US-Bomber der „Flying Bulls“ von Red Bull

Die North American B-25 Mitchell war ein Bomber der USA, der im Zweiten Weltkrieg an allen Fronten eingesetzt wurde. Der Prototyp flog im August 1940 erstmals. Zur Ehrung von General Billy Mitchell erhielt die Maschine den Beinamen Mitchell. Die North American B-25 Mitchell wurde von den Luftstreitkräften der USA, Großbritanniens, Australiens, Chinas, der Niederlande und der Sowjetunion verwendet. Während der Produktionszeit von 1941 bis 1945 wurden etwa 10.000 Flugzeuge dieses Typs hergestellt.

Besatzung6 (1 Pilot, 1 Copilot, 1 Navigator / Bombenschütze,
1 Turmschütze / Ingenieur, 1 Funker / Bugschütze, 1 Heckschütze)
Spannweite20,6 m
Länge16,3 m
Höhe4,9 m
Flügelfläche56,67 m²
Leermasse9.500 kg
max. Startmasse15.880 kg
Antrieb2 x Wright Cyclone R-2600-29
ArtDoppelsternmotore
Zylinderje 14
Leistungje 1.725 PS
Hubraum2 x 42,6 Liter
Gesamtverbrauchca. 400-500 l/h
Ölverbrauch8 l/h
Tankinhalt3.600 Liter
Höchstgeschwindigkeit580 km/h
Reisegeschwindigkeit360 km/h
Dienstgipfelhöhe7.250 Meter
Reichweite2.173 km
Bewaffnung4-8 x 12,7 mm MG´s als Abwehrbewaffnung
8 x vorwärtsfeuernde 12,7 mm MG´s
1.800 kg Waffenlast (Bomben/Raketen)
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Die B-25J „Mitchell“ der Flying Bulls:  Quelle: Das Salzburger Aviation Forum

 

Die Maschine, gebaut 1945 in Kansas City, war nie im Kriegseinsatz, sondern ist nach ihrer Fertigstellung für kurze Zeit als elektronische Testplattform verwendet worden. Später wurde sie auf einem „Flugzeugfriedhof“ in Arizona „eingelagert“. Mitte der 70er Jahre erwarb sie eine Löschfirma. Es war geplant, einen Umbau als Löschflugzeug durchzuführen, was allerdings letztlich doch nicht verwirklicht wurde. Anfang der 80er Jahre wurde sie von einem Fliegerclub in Kansas City erworben. Sie wurde dort bis 1984 betrieben.

 

Seit 1995 befindet sie sich nun im Besitz des österreichischen Energydrink-Herstellers RED BULL und reiht sich in die bestehende Flotte historischer Flugzeuge der Tochterfirma „The Flying Bulls GmbH & Co KG“. Sie wurde noch in Amerika von Grund auf überholt und auf eine zivile Version mit komfortabler Innenausstattung in etwa 20.000 Arbeitsstunden umgebaut. Im September 1997 war die Maschine dann soweit fertiggestellt, dass der Flug über den Nordatlantik angetreten werden konnte.  Stationiert ist sie heute auf dem Flugplatz Salzburg, wo sich auch das neue Museum der Firma befindet. Mittlerweile ist die „Mitchell“ begehrter Ausstellungs- und Flugshowteilnehmer in ganz Europa und begeistert am Boden wie in der Luft hundertausende Besucher – so auch auf der ILA in Berlin.

 

Vom Muster B-25 existieren in Europa nur noch 4 Exemplare, jedoch ist die Red-Bull-Maschine die einzige in Aluminium-Hochglanzausführung.

Beschreibung:

 

Die im Rahmen einer Ausschreibung der US-Army für einen 2-motorigen mittelschweren Bomber von North American 1938 entwickelte B-25 sollte einer der leistungsfähigsten Bomber im 2.Weltkrieg werden. Das Muster des Bombers mit hohem Flügelansatz (weder Hochdecker, noch Tiefdecker) und dreirädrigem Fahrwerk und vorderem Bugrad wurde bei einer Ausschreibung der Army im Januar 1939 eingereicht, konnte die Fachkommission überzeugen und ging nach einigen Anpassungen als NA-40B in Serie.1940 wurde die NA-62 zur Serienfertigung freigegeben und nach General Mitchell benannt. Der Beiname „Mitchell“ entstand zu Ehren eines Generals, der sich erfolgreich für die Unabhängigkeit der Luftstreitkräfte eingesetzt hatte.

 

1942 wurden wegen der guten Starteigenschaften 16 Maschinen der Version B-25B für einen Angriff auf Tokio von dem Flugzeugträger Hornet aus verwendet. Dies war eine Operation, die damals die ganze Welt beeindruckte. Der Angriff erfolgte zusammen mit diversen Bombern des Typs B-17, die vom Festland gestartet waren. Er verursachte zwar keine massgeblichen Schäden, hatte aber dennoch Folgen, da Japan einen grossen Teil seiner Luftwaffe zum Schutz von Tokio dort bündelte, selbst als gar keine Gefahr mehr bestand. Dies hatte zur Folge, dass zu Gunsten der USA andere Frontbereiche entlastet wurden.

 

Die „Mitchell“ konnte in der Ausführung B-25J mit einer Bewaffnung von zwölf 12,7 cm Maschinengewehren und einer Bombenlast bis zu 1.360 kg ausgestattet werden. Die gefährlichste Tätigkeit hatte der Heckschütze, der in der verglasten Heckkanzel wie auf dem Präsentierteller für die von hinten anfliegenden feindlichen Jäger saß.

 

1942 erfolgte die Lieferung der ersten Maschinen nach England und in die UdSSR. Mitchell-Flugzeuge blieben den ganzen 2. Weltkrieg hindurch im Einsatz. Die B-25 wurde bis Kriegsende stetig weiterentwickelt. Es enstanden etwa 30 Versionen, die bis in die 60er Jahre von der US Navy und den Luftstreitkräften zahlreicher Länder auf der ganzen Welt verwendet wurden.

Presseinformation der „Flying Bulls“ von Red Bull (Aussteller)

 

NORTH AMERICAN B-25J „MITCHELL“:  Reg. N6123C

 

Die B-25 ist einer der schillerndsten Vögel, der je in den USA gebaut wurde. Viele Geschichten ranken sich um die berühmte zweimotorige „Mitchell“, die ihren Beinamen zu Ehren des Generals William Mitchell erhielt.

 

Da ist die Geschichte einer 200.000 Dollar teuren Mitchell, die für ganze zehn Dollar den Eigentümer wechselte, aber nie in dessen Besitz überging. Am 31. Januar 1956 nämlich glitt eine B-25N nach einem Motorausfall aufgrund von Spritmangel um Haaresbreite über die Homestead Grays Bridge in Pittsburgh (Pennsylvania) und musste gegen den eisigen Strom des Monongahela River notwassern.

 

Bei einer dramatischen Rettungsaktion konnten vier Besatzungsmitglieder gerettet werden, bevor das Flugzeug zwei Kilometer flussabwärts trieb und 17 Minuten später schließlich sank. Trotz einer groß angelegten Suchaktion konnte die „Mitchell“ nicht gefunden werden. Neun Monate später, am 9. November, wurde die Suche eingestellt und die Air Force versteigerte die Rechte an dem nach heutigem Geldwert wohl über eine Million Dollar teuren Flugzeug. Der einzige Interessent, John Evans, ein Pittsburgher Seaplane Pilot, erhielt den Zuschlag für gerade mal zehn Dollar. Er scheute keine Kosten und Mühen, um das verschollene Wrack zu finden. Taucher suchten jeden Zentimeter ab. Alles Mögliche wurde auf dem Grund des Monongahela gefunden, nur der 15 Tonnen schwere Bomber nicht!

 

„It was as if it never existed.“ – es war, als ob sie nie existiert hätte. Eine Theorie rankt sich um die verschollene B-25. Unter der Stadt befindet sich ein unterirdischer Fluss, der auch unter dem „Mon“ River durchfließt. Viele Pittsburgher glauben noch heute, dass das vermisste Flugzeug von diesem geheimnisvollen Fluss verschluckt wurde und dort seine Ruhestätte fand.

 

Oder die Geschichte vom 18. April 1942. Es sollte einer der spektakulärsten Einsätze werden, der je auf einem Flugzeugträger stattfand und als „Doolittle Raid“ in die Geschichte einging. Der Name ist dem amerikanischen Leutnant James H. Doolittle zu verdanken, der als exzellenter Flugzeug-Techniker galt. Sechzehn B-25 Mitchell sollten an jenem Tag von dem Flugzeugträger USS Hornet in Richtung Japan fliegen.

 

Die Bomber waren jedoch mit einem Abfluggewicht von gut 15 Tonnen nicht für den Start von einem Flugzeugträger konzipiert. So wurden die „Mitchell“ unter der Leitung von Doolittle kurzerhand abgerüstet. Um die Maschinen leichter zu machen, wurden sämtliche überflüssige Teile und größeren Tanks ausgebaut. Es wurden beispielsweise die Bordkanonen durch schwarz gestrichene Besenstiele ersetzt, um feindliche Jäger zu täuschen. Die B-25 waren letztendlich die ersten Bomber, die von einem Flugzeugdeck abhoben und das bei einer Startbahnlänge von gerade mal 250 Metern.

 

North American Aviation stellte von 1941 bis 1945 fast 10.000 Flugzeuge der Modellreihe B-25 her. Markant ist das Doppelleitwerk. Das Markenzeichen aber sind die verglaste Nase und das Heck mit den Bordkanonen. Einige Versionen trugen statt des Heckstandes einen Drehturm auf der Rumpf Ober- und Unterseite. Dieses Modell wurde beim Doolittle Raid im Pazifik eingesetzt.

 

Die meistgebaute Version ist die B-25J, die auch im Besitz der Flying Bulls ist. Sie verfügte im Gegensatz zu früheren Maschinen über diverse Verbesserungen wie beispielsweise eine Enteisungsanlage. Das verglaste Heck in der entmilitarisierten Version ist eines der beliebtesten Foto- und Aussichtsplätze der Flying Bulls Maschinen. Die zwei 14-Zylinder Doppelsternmotoren der Curtiss-Wright Corporation brachten insgesamt über 3400 PS an die Propeller, die für eine maximale Geschwindigkeit von mehr als 500 km/h reichten.

 

Spektakulär sind die Auftritte der „Mitchell“ der Flying Bulls noch heute. Denn sie gehört sicherlich zu einem der schönsten Exemplare der gesamten Flotte der North American. Nicht zuletzt wegen des auf Hochglanz polierten Blechs ihrer Außenhaut, die die B-25 auch heute zu dem macht, was sie einst einmal war: einer der schillerndsten Vögel der USA.

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