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Martin EB-57B Canberra

1951 beauftragte die USAF den Flugzeughersteller Martin mit dem Lizenz-Bau der britischen Canberra

Nach Beginn des Koreakrieges im Jahr 1950 suchte die US-Luftwaffe nach einem düsengetriebenen mittleren Bomber, um den alternden, propellergetriebenen Douglas B-26 Invader schnell zu ersetzen. Im März 1951 beauftragte die USAF Martin mit dem Bau der British Canberra in den Vereinigten Staaten. Die von Martin gebaute B-57 absolvierte ihren Erstflug im Juli 1953, und als die Produktion 1959 endete, waren insgesamt 403 Canberras für die U.S. Air Force produziert worden.

 

Die Martin B-57 Canberra ist also ein in Amerika gebautes, zweimotoriges taktisches Bomben- und Aufklärungsflugzeug, das 1953 bei der United States Air Force (USAF) in Dienst gestellt wurde. Die B-57 ist eine in Lizenz gebaute Version der British English Electric Canberra, hergestellt von der Glenn L. Martin Company. Die ersten von Martin gebauten Modelle waren praktisch identisch mit ihren in Großbritannien gebauten Flugzeugen. Später modifizierte Martin das Design, um größere Mengen von Komponenten aus den USA zu integrieren, und produzierte das Flugzeug in mehreren verschiedenen Varianten.

 

  • 13 einsitzige Fotoaufklärer (von denen sieben in der Luft betankt werden konnten),

  • 1 einsitziges Radarkartierungsflugzeug und

  • 6 zweisitzige elektronische Aufklärungsflugzeuge.

 

Die B-57 Canberra war der erste Düsenbomber im US-Dienst, der im Kampf Bomben abwarf. Die Canberra wurde ausgiebig während des Vietnamkrieges eingesetzt. 1965 schickte die USAF zwei B-57B-Staffeln nach Südvietnam. Bis zum Abflug der letzten B-57B im November 1969 flogen die 8. und 13. Bombenstaffel viele verschiedene Arten von Missionen, einschließlich Luftunterstützung in allen Kampfgebieten in Südostasien.

 

Spezielle Versionen dieses Typs wurden ebenfalls hergestellt und dienten als Luftaufklärungsplattformen in großer Höhe (Martin RB-57D Canberra) und als elektronische Kampfflugzeuge. Die B-57 Canberra wurde auch an Exportkunden im Ausland verkauft.

 

1983 entschied sich die USAF, den Typ zurückzuziehen. Der Ruhestand der B-57 Canberra markierte das Ende der Ära der taktischen Bomber dieses Typs. Die drei verbleibenden flugfähigen WB-57F sind technisch dem NASA Johnson Space Center neben Ellington Field in Houston als wissenschaftliche Forschungsflugzeuge in großer Höhe zugeordnet, wurden aber auch für Tests und elektronische Kommunikation in den USA und Afghanistan eingesetzt.

 

Die ausgestellte Martin EB-57B Canberra wurde Anfang der 1960er Jahre der Wright-Patterson Air Force Base, Ohio, als Testflugzeug zugeteilt. 1967 dem 8. Bombengeschwader in Phan Rang, Südvietnam, zugeteilt, flog es dort 2 1/2 Jahre lang im Kampf. Nach der Rückkehr in die Vereinigten Staaten wurde es zum elektronischen Aufklärer Martin EB-57B Canberra umgebaut. Es wurde im August 1981 zum Museum geflogen und 2010 wieder in seine Bomberkonfiguration für den Südostasienkrieg zurückversetzt.

Technische Kurzbeschreibung:

 

  • Rumpf: Ganzmetall-Halbschalenbauweise mit kreisförmigem Querschnitt – aufgesetzte Kabine.

  • Tragwerk: Ganzmetallbauweise – Außenflügel mit extremer Spannweite in Trapezform.

  • Leitwerk: Normalbauweise – tief angesetztes Höhenleitwerk in V-Form.

  • Fahrwerk: einziehbar – Bugstrebe mit Zwillingsrädern.

 

Technische Daten:

    Besatzung: 1 oder 2 je nach Variante
    Antrieb: 2 x Pratt & Whitney J57 P-9
    Art: Turbojets
    Leistung: je 44,5 kN

    Höchstgeschwindigkeit: ca. 965 km/h in 13.715 m
    Reisegeschwindigkeit: ca. 778 km/h in 19.810.m
    Radius: ca. 3.220 m
    Dienstgipfelhöhe: ca. 21.335 m

    Spannweite: 32,21 m
    Länge: ca. 20 m je nach Variante
    Höhe: 4,78 m
    maximales Startgewicht: ca. 26.761 kg

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