Luffahrtlexikon.com

Lockheed XP-80 Shooting Star "Lulu Belle"

Der erste Düsenjäger der USA, der auch in den Kriegseinsatz kam

Deutschland und Großbritannien zogen 1939 mit weit fortgeschrittenen Düsenflugzeugprogrammen in den Krieg, aber die Vereinigten Staaten brauchten länger, um das Potential der neuen Technologie zu erkennen und zu entwickeln. Im Jahr 1943 ermutigten die zunehmenden Kampfverluste amerikanischer strategischer Bomber gegen deutsche Abfangjäger mit Propellerantrieb und das Wissen, dass Deutschland den Einsatz des leistungsstarken Düsenjägers Messerschmitt Me 262 vorbereitete, die Luftstreitkräfte der US-Armee (AAF), auf einen neuen Kampfjet zu drängen.

 

AAF-Führungskräfte beauftragten die Lockheed Aircraft Corporation mit der Entwicklung des Flugzeugs. Lockheeds fähigster Ingenieur, Clarence „Kelly“ Johnson, und ein Team von Designern begannen am 21. Juni 1943 mit der Arbeit an einem Prototyp mit der Bezeichnung XP-80, und dem Spitznamen „Lulu-Belle“. Um die Arbeit geheim zu halten, riegelte Johnson den Produktionsbereich mit ausrangierten Motorenkisten und einem Zirkuszelt ab. Jemand hat solchen Stellen den Spitznamen „Skunk Works“ gegeben. „Lulu-Belle“ flog am 8. Januar 1944 und spielte später die Hauptrolle in einer Reihe von Übungen zur Entwicklung von Taktiken, die amerikanische Besatzungen schwerer Bomber gegen Angriffe von Düsenjägern einsetzen konnten. Die Versuche zeigten, dass feindliche Düsenjägerpiloten Angriffe von hinten deutlich bevorzugen würden. Basierend auf diesen Erkenntnissen verlegten die AAF-Planer die Formationen amerikanischer Jäger zum Schutz der Bomber in größere Höhen. Diese Taktik erwies sich bei der Abwehr von Me-262-Angriffen in den letzten Kriegsmonaten als wirksam und rettete zweifellos vielen amerikanischen Bomberbesatzungen das Leben. 1949 übergab die AAF das Flugzeug an die Smithsonian Institution.

Besatzung:1 Pilot
Länge:11,5 m
Flügelspannweite:11,8 m
Höhe:3,4 m
Antrieb:Allison J33
Leistung24,1 kN Schub
Höchstgeschwindigkeit:804 km/h (F-80C Shooting Star)
Größte Reichweite:ca. 1.930 km
Dienstgipfelhöhe:ca. 14.000 m
Leergewicht:5.738 kg
Fluggewicht:7.645 kg
Bewaffnung:6 x 12,7-mm-MGs, 2 x 454-kg-Bomben oder 16 x 12,7-cm-Raketen

Technische Kurzbeschreibung:

 

  • Rumpf: Ganzmetall-Halbschalenbauweise – spitzer Bug – Lufteinläufe seitlich des Rumpfes – aufgesetzte Kabine

 

  • Tragwerk: freitragender Tiefdecker in Ganzmetallbauweise – trapezförmiger Umriß – Kraftstoffzusatzbehälter an den Enden anbringbar

 

  • Leitwerk: Normalbauweise – Langdrahtantenne zum Seitenleitwerk

 

  • Fahrwerkeinziehbar – steuerbares Bugrad

Noch während des 2. Weltkriegs entstand in den Lockheed-Werken der einsitzige Jäger und Jagdbomber „Shooting Star“, dessen Prototyp XP-80 mit fünf 12,7-mm-MGs im Rumpfbug am 8. Januar 1944 zum Erstflug startete. Als XP-80 A folgten 2 verbesserte Maschinen mit größeren Abmessungen, höherer Startmasse und dem Triebwerk General Electric I-40 mit 17,5 kN Startschub. Von der Nullserie wurden 13 Maschinen produziert und ab Oktober 1944 an die Erprobungskommandos geliefert. Die Serienmaschinen wurden zunächst als P-80, dann als F-80 bezeichnet. Neben der später entstandenen Republic F-84 Thunderjet blieb dieses Flugzeug bis Anfang der 1950erJahre der Standardjagdbomber der USA-Luftstreitkräfte. Im Korea-Krieg zeigte er sich allerdings den sowjetischen MiG-15 unterlegen, so dass er durch Maschinen vom Typ North American F-86A Sabre ersetzt wurde.

Beschreibung:

 

Die Lockheed P-80 Shooting Star war das erste strahlgetriebene Militärflugzeug der USA, das im Kampf eingesetzt wurde. Es wurde während des Zweiten Weltkriegs in nur 143 Tagen mit herkömmlichen Flügeln ohne Pfeilung entwickelt. Sie kam für den 2. Weltkrieg zu spät, wurde aber in größeren Zahlen über Korea eingesetzt. Durch ihr konstruktives Merkmal, das sich an die altbewährten Propellermaschinen anlehnte, war die Shooting Star allerdings der sowjetischen MiG-15 mit ihrem Pfeilflügel in jeder Hinsicht unterlegen. Als sich die Unterlegenheit gegenüber der moderneren MiG-15 immer mehr abzeichnete, wurde sie allmählich durch die F-86 Sabre verdrängt.

 

Die P-80 Shooting Star war konventionell mit Ganzmetallrumpf als Tiefdecker und Bugradfahrwerk ausgelegt. Der erste Prototyp flog unter der Bezeichnung XP-80 am 8. Januar 1944 erstmals. Da keine Entwicklungen eigener Strahltriebwerke erfolgt war, griff man zunächst auf das britische Halford H-1 B Strahltriebwerk zurück (später als „De Havilland “Goblin” bezeichnet), mit dem über 800 km/h erreicht wurden. Der zweite Prototyp flog erstmals am 10. Juni 1944 und erreichte mehr als 900 km/h mit der Lizenzproduktion des Triebwerks Whittle I-40. Da dies jedoch größer war als das H-1, musste für die folgenden Prototypen der Rumpf vergrößert werden. Spätere Serienmodelle wurden mit einem Triebwerk Allison-GE J33 (amerikanische Weiterentwicklung des I-40) ausgerüstet.

 

Die Shooting Star erwies sich als ein erstaunlich vielseitiges Flugzeug. Mit 6 im Bug eingebauten Maschinengewehren des Kalibers 12,7 mm und Aufhängungen für panzerbrechende Raketen unter den Flügeln, sowie zwei 450-Kilo-Bomben oder abwerfbaren 1000 Liter Zusatztanks, liess sie sich als Jagdflugzeug, als Begleitjäger und als Jagdbomber einsetzten.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Produktion fortgesetzt. Es entstanden die Modelle P-80A, B und C. Ab Juni 1948 wurde die Bezeichnung in F-80C geändert.

 

Eine modifizierte Maschine mit der Bezeichnung P-80R Shooting Star stellte am 19. Juni 1947 den damaligen Geschwindigkeitsrekord mit 1003,83 km/h auf. Es ist eine High-Speed-Variante der Standard P-80A.

 

Die Trainervariante T-33 gilt als eines der erfolgreichsten und langlebigsten Flugzeugmuster aller Zeiten. Piloten der U.S. Air Force lernten noch bis in die 1980er Jahre auf diesem Typ. Insgesamt wurden über 1.700 Lockheed F-80 Shooting Star bis zur Einstellung der Produktion im Jahre 1950 gebaut.

Impressum
Datenschutz
Copyright © Luftfahrtlexikon.com

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu.

Datenschutzerklärung