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Grumman EA-6 Prowler

Spezialversion der US-Marines mit 2 zusätzlichen Technikern, die den Funkverkehr stören

Die Grumman EA-6 Prowler ist ein trägergestütztes Angriffsflugzeug des Herstellers Northrop Grumman zur elektronischen Kampfführung. Es handelt sich dabei um eine Abwandlung der „Grumman A-6 „Intruder“. Das Flugzeug wird von der United States Navy und dem United States Marine Corps eingesetzt.

Das Grundmodell der A-6 Prowler wurde ursprünglich als Ersatz für die kolbenmotorgetriebene Douglas AD-1 Skyraider entwickelt, dem letzen propellergetriebenen Kampfflugzeug der USA. Um Kosten und Zeit zu sparen, entschloss man sich, wie schon bei anderen Modellen zuvor, statt einer kompletten Neuentwicklung ein vorhandenes Kampfflugzeug auszuwählen und umzurüsten. Als Basismuster entschied man sich für die A-6 Intruder. Dafür musste der Rumpf verlängert werden, um ein größeres Cockpit für eine vierköpfige Besatzung unterzubringen und eine Antennenverkleidung wurde an der Spitze des Seitenleitwerks montiert. Das nun als Prowler bezeichnete Muster flog erstmals am 25. Mai 1968 und wurde nach kurzer erfolgreicher Erprobung im Juli 1971 in Dienst gestellt. Bis 1991 wurden insgesamt 170 EA-6-Serienmaschinen hergestellt. Die Grumman EA-6 Prowler wurde bis 1991 produziert.

Das Ursprungsmodell “Grumman A-6 Intruder” wurde schon im Koreakrieg der 1950er Jahre eingesetzt, weil sich zahlreiche Schwächen der damaligen US-Flugzeuge offenbarten. Deshalb bemühten sich mehrere Waffengattungen mittels Ausschreibung um neues Fluggerät für ein relativ leichtes und kleines bordgestütztes Kampf- und Aufklärungsflugzeug. Den Wettbewerb gewann 1957 Grumman mit dem Projekt G.218 „Intruder“. Dieser Typ konnte im Unterschallflug große Massen an Flugkörpern, Bomben und anderen Waffen mitführen.

Ab Mitte der 1960er bis in die 1990er Jahre avancierte die A-6 Intruder zum wichtigsten Angriffsflugzeug der US-Navy und des Marine Corps. Intruders wurden zum ersten Mal im Vietnamkrieg eingesetzt. Die A-6 bewährte sich auf dem schwierigen Kriegsschauplatz, auf dem viele andere Flugzeuge versagten. 1983 folgten Einsätze über dem Libanon, später um Libyen als Vergeltung für die libysche Beteiligung am Bombenanschlag auf die Berliner Diskothek La Belle. Ferner war das Flugzeug am Balkankrieg beteiligt und an der Operation Wüstensturm im Irak. Auch im aktuellen Krieg in Afghanistan war uns ist das Kampfflugzeug involviert.

Das erste Vorserienflugzeug nahm am 16.April 1960 die Flugerprobung auf, die Indienststellung begann 1963. Das Nachfolgemuster A-6E wurde ab 1971 mit modernen elektronischen Anlagen und Radar ausgestattet. Die Anfang der 1970er Jahre im Zuge einer umfangreichen Aufwertung eingebauten neuen Systeme erhöhten die Treffgenauigkeit bei Schlechtwetterangriffen. Das Muster A-6F ist ab den 1980er Jahren gegenüber ihren Vorgängern mit noch leistungsfähigerer Elektronik ausgestattet.

Nach mehr als vierzigjähriger Existenz erweist sich die Grumman A-6 Intruder auch heute noch als eines der besten Kampfflugzeuge zur Schiffsbekämpfung und Erdkampfunterstützung.

.A-6 AA-6 E
Länge16,69 m16,69 m
Spannweite16,15 m16,15 m
.7,72 m (gefaltet)7,72 m (gefaltet)
Höhe4,93 m4,93 m
Flügelfläche49,15 m²49,15 m²
Leergewicht:11.476 kg12.093 kg
Maximales Startgewicht24.358 kg27.397 kg
Kraftstoffkapazität8.873 Liter
Höchstgeschwindigkeit1.039 km/h (auf Meereshöhe)1.036 km/h (auf Meereshöhe)
Marschgeschwindigkeit744 km/h (auf Meereshöhe)763 km/h (auf Meereshöhe)
Steigrate38,75 m/s
Dienstgipfelhöhe12.268 m12.925 m
Flugreichweite5.190 km4.408 km
Startstrecke1.469 m (ohne Katapult)
Landestrecke823 m (ohne Fangseile)
Triebwerk2 x Pratt & Whitney2 x Pratt & Whitney
TypJ52-P-8AJ52-P-8B
ArtStrahltriebwerkeStrahltriebwerke
Leistung2 x 37,81 kN (ohne Nachbrenner)2 x 41,20 kN (ohne Nachbrenner)
Besatzung24
BewaffnungBomben bis zu 6.800 kgBomben bis zu 8.160 kg

Technische Kurzbeschreibung:

  • Rumpf: Ganzmetall-Halbschalenbauweise – Radarbug – Schleudersitze nebeneinander – Cockpithaube nach hinten aufschiebbar – Bremsklappen an beiden Seiten des Rumpfes hinter dem Tragwerk –

  • Tragwerk: freitragender Mitteldecker in Ganzmetallbauweise – Flügelaußenteile nach oben klappbar –

  • Leitwerk: freitragende Normalbauweise in Ganzmetall –

  • Fahrwerk: einziehbar – Bugstrebe mit Zwillingsrädern – Landehaken unter dem Rumpf –

Fremdfotos: U.S. Air Force Museum

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