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Breguet BR 1150 Atlantic

- Seefernaufklärer und U-Boot-Jagdflugzeug der deutschen Marine -

Bombenschacht der Breguet BR 1150 AtlanticDie Breguet Atlantic fliegt seit 1966 für die Deutsche Marine. Die 14 Seefernaufklärer / U-Bootjagd-Flugzeuge (Maritime Patrol Aircraft, MPA) und die 4 Meßflugzeuge (Signal Intelligence, SIGINT) stellen eine wesentliche Komponente in der Seekriegsführung dar:

 

  • als Seefernaufklärer durch Seeraumüberwachung, Aufklären gegnerischer Seestreitkräfte und zur Zieldatenübermittlung,

  • als U-Bootjagd-Flugzeug durch autonome U-Bootjagd, U-Bootjagd im Verbund mit Überwassereinheiten in See und Zusammenarbeit mit U-Booten,

  • als Meßflugzeug bei der Erfassung elektromagnetischer Signale und bei der Erstellung einer „Electronic Order of Battle“ und

  • auch für Such- und Rettungseinsätze ist ein Einsatz möglich.

 

Sonarbojen der Breguet BR 1150 AtlanticDie Flugzeuge sind im Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ in Nordholz zusammengefasst.

 

Das Flugzeug konnte neben den beiden Piloten noch weitere zehn Mann Besatzung aufnehmen, die – vor Konsolen mit Bildschirmen und Anzeigegeräten sitzend – die Daten der Sensoren auswerteten und die Effektoren bedienten, darunter ein Navigator und ein Kommandant, der die Mission an Bord führte und an dessen Weisungen auch die Piloten gebunden waren, soweit die Sicherheit des Fluges nicht tangiert wurde. Der Navigator und das von ihm kontrollierte Navigationssystem steuerte in der Regel über den Autopiloten auch das Flugzeug/Flugprofil im Einsatzgebiet. Die Aufgabe der Piloten reduzierte sich dabei auf die Beobachtung eventueller Bedrohung.

 

Im unteren Bereich sind die Bombenschächte mit den aufgehängten Torpedos einsehbar. Dahinter sieht man wabenartige Trichter, aus denen flächenabdeckende Sonarbojen verschossen werden können, die der Ortung dienen

Breguet BR 1150 Atlantic - Seeaufklärer

Technische Daten:    Indienststellung bei der Bundeswehr: 28. April 1967

Besatzung2 Piloten und bis zu 10 Mann Besatzung
Länge31,62 m
Spannweite mit Pods37,22 m
Höhe11,32 m
Rumpfhöhe4 m
Rumpfbreite2,90 m
Flügelfläche120,30 m²
Startgewicht43.500 kg
Leergewicht34.600 kg
Nutzlast2.680 kg
max. Kraftstoffmasse18.500 kg
Dienstgipfelhöhe10.000 m
Triebwerk2 x Rolls-Royce Tyne Mk 21
ArtPropellerturbinen
Leistungje 3.700 kW
Propellerdurchmesser4,85 m
Einsatzdauerüber 18 Stunden
Höchstgeschwindigkeit650 km/h
Reisegeschwindigkeit555 km/h
Suchgeschwindigkeit320 km/h
Reichweite7.700 km
Start-/Landestrecke1.350 m / 980 m

Verbleib der Breguet Atlantic:

 

Das Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ in Nordholz verfügte zuletzt über eine Maschine der SIGINT Version, die bis Ende 2009 eingesetzt wurden. Die letzte „Bréguet Atlantic“ wurde am 20. Juni 2010 außer Dienst gestellt. Die 14 Seefernaufklärer dieses Typs wurden durch 8 Luftfahrtzeuge der Lockheed P-3C Orion-Klasse ersetzt.

Beschreibung der Ortungsgeräte:

 

Die „Pods“ an den Tragflächen und auf dem Seitenleitwerk sind passive Antennen des ESM-Systems. Die Radarantennne befindet sich in dem Radom, welcher im vorderen Drittel unter dem Rumpf zu erkennen ist. Dieser kann bei Start und Landung, sowie beim Transit in das Einsatzgebiet eingefahren werden. Die wabenartigen Werfer hinter der Bombenöffnung (s.o.) sind für sog. Sonarbojen, welche für die U-Jagd benötigt werden. Diese sind entweder aktiv, d.h.sie arbeiten als aktives Sonar (mit Ping) oder passiv als Hydrophon, um die Geräusche im Wasser aufzunehmen. Das verlängerte Teil am hinteren Ende ist ebenfalls ein passiver Sensor, welcher das Magnetfeld der Erde vermisst und damit Veränderungen feststellen kann, z.B. wenn sich unter der Wasseroberfläche ein U-Boot befindet.

 

Breguet ATLANTIC BR 1150 M:

 

Dieses von der Bundeswehr betriebene Flugzeugmuster Breguet 1150 M (M = Messversion) ist die SIGINT-Version der Breguet 1150 Atlantic (SIGINT = Signal Intelligence). Die Aufgabenstellung und Ausrüstung unterscheidet sich wesentlich von der abgebildeten Version. Sie dient der ELINT- und COMINT-Aufklärung aus der Luft mit folgender Aufgabenstellung: Erfassung elektromagnetischer Signale zur Lagebilddarstellung und Erstellung einer Electronic Order of Battle. Auch für Such- und Rettungseinsätze (SAR) ist ein Einsatz möglich.

Rolls-Royce Tyne RTY.20 Mk 21:

 

Das Rolls-Royce Tyne war das stärkste Turboprop-Triebwerk der westlichen Welt und wurde inzwischen von dem TP 400-D6 für den Airbus A400M Atlas abgelöst. Es wurde ursprünglich für das Verkehrsflugzeug Vickers Vanguard entwickelt. Später diente es als Antrieb u. a. für das militärische Transportflugzeug Transall C-160 (Tyne Mk 22) und das hier abgeildete Langstrecken-Seeaufklärungsflugzeug Breguet Atlantic (Tyne Mk 21). Das Triebwerk wurde von seinem Erstlauf im April 1955 bis in die neunziger Jahre hinein von Rolls-Royce und zeitweise in Lizenz von MTU produziert. 470 Tyne Mk 22 und 315 Tyne Mk 21 wurden von 1966 bis 1972 in Lizenz bei MTU gebaut und montiert.

 

Die einstufige Hochdruckturbine mit 121 Schaufeln aus einer Nickellegierung treibt den 9-stufigen Hochdruckkompressor mit Schaufeln an. Die Länge des Triebwerkes (Mk 21/22) beträgt 2,76 m und der maximale Durchmesser 1,4 m. Ein Triebwerk wiegt 1129 kg. Die Rolls-Royce Tyne treiben jeweils über ein Untersetzungsgetriebe einen Vierblatt-Propeller antreiben. Der Propeller, der hydromechanisch verstellbar ist und einen Durchmesser von 5,48 m hat, besteht aus Aluminium. Die hydromechanische Verstellung der Propellerblätter erfolgt über einen Bereich von +85° (= Segelstellung bis zur Bremsschubstellung – Reversion) bis  -15° automatisch über die Leistungshebel.

 

Mit Wasser-Methanol-Einspritzung kann ein Leistungsverlust der Triebwerke bei Temperaturen großer ISA (Temperatur der Standardatmosphäre = 15°C auf Meereshöhe) bis zu ISA +19 Grad Celsius ausgeglichen werden.

Technische Daten: Mk.21 + Mk.22

 

Allgemeine Eigenschaften

 

  • Typ: 2 Wellen-Turboprop

  • Länge: 2.762 mm

  • Durchmesser: 1.400 mm

  • Trockengewicht: 1.085 kg

 

Komponenten

 

  • Kompressor: Axial, sechsstufige LP, neunstufige HP

  • Brennkammern: 10 kanülenförmige Flammrohre

  • Turbine: dreistufige LP, einstufige HP

  • Kraftstoffart: Avtur

  • Ölsystem: Drucksprühen / Spritzen mit Trockensumpf gemäß DERD 2487-Spezifikation. Öl

 

Performance

 

  • Maximale Leistung: Äquivalente Leistung von 6.100 PS (4.549 kW)

  • Gesamtdruckverhältnis: 13,5:1

  • Luftmassenstrom: 21 kg/s

  • Turbineneintrittstemperatur: 800° C

  • Kraftstoffverbrauch: lediglich 0,298 kg/kWh für den Start

  • Leistungsgewicht: 4,194 kW/kg

Breguet Atlantic - Hauptfahrwerk
Breguet Atlantic - Bugfahrwerk
Breguet Atlantic - Sonarbeladung
Breguet Atlantic - Sonarbojen

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