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Boeing B-17 Flying Fortress (= fliegende Festung)

schwerer Bomber der USA im Zweiten Weltkrieg

Die Boeing B-17 Flying Fortress ist ein schwerer, leistungsstarker Bomber für die US Luftwaffe. Er war im 2. Weltkrieg der bekannteste Bomber der USA und hat viel zum Sieg beigetragen. Man denke dabei nur an die flächendeckende Zerstörung deutscher Städte bis 1945. Der Bomber war dafür bekannt, trotz schwerer Schäden noch flugfähig zu sein. Die vollständige Besatzung einer Flying Fortress bestand aus 10 Mann, – 4 davon waren ausschließlich MG-Schützen. Markant sind die Vielzahl an Geschütztürmen, die der Abwehr feindlicher Jäger galt. Daher trägt die B-17 auch den Beinamen “Fliegende Festung”.

 

1934 begannen Boeing Ingeneure mit dem Entwurf eines viermotorigen Fernbombers. Der Prototyp Boeing Modell 299 ist am 28. Juli 1935 zum ersten Mal geflogen. Die Maschine ging bei einem Absturz, der durch einen Pilotenfehler verursacht wurde, verloren. Nach Anpassungen an das Militär startete der neue Prototyp Y1 B-17 im Januar 1937 zum Erstflug. Schließlich wurde die erste Serienmaschine Boeing B-17B am 20. Oktober 1939 an die US Army ausgeliefert. Als Antrieb hatte sie 4 Wright R-1820-51 Sternmotoren mit je 1.000 PS.

 

Im Dezember 1936 fand der Erstflug eines kampffähigen Flugzeugs mit der Bezeichnung Y1B-17 statt. Im Juli 1940 war der Jungfernflug der B-17C, die neben erhöhter Abwehrbewaffnung eine Panzerung und selbstdichtende Tanks erhielt. Zudem hatte sie stärkere Motoren mit 1.200 Ps. Mit der B-17E kamen 1941 die Waffenstände hinter dem Cockpit und unter dem Rumpf dazu. Ein Jahr später folgte die B-17F mit neuer Nase aus Plexiglas und erhöhter Reichweite. Am 21. Mai 1943 war der Erstflug der letzten Serienversion B-17G. Sie hatte nun einen Kinnturm (siehe Bild oben) mit zwei MGs und wurde bis Mitte 1945 insgesamt ca. 8.680 mal gebaut. Später wurden viele B-17 umgebaut und umgerüstet. Insgesamt sind über 12.700 B-17 Bomber von Boeing produziert worden.

HerstellerBoeing Airplane Company
LizenznehmerDouglas und Lookheed
Typschwerer Fernbomber
Besatzung6 bis 10
Triebwerke4 x Wright GR-1820-97 Cyclone
ArtSternmotore
Leistungje 1.200 PS bei 2.300 U/min
Hubraumje 29,88 Liter
Zylinder9
Zylinderbohrung156 mm
Zylinderhub174 mm
AbgasturboladernGeneral Electric B-22
Höchstgeschwindigkeit485 km/h
Marschgeschwindigkeit295 km/h
Dienstgipfelhöheca. 12.000 m
Reichweite1.800 km bei max. Beladung
     beladenca. 3.220 km mit 2.725 kg Bomben
     Überführungca. 6.000 km (leer)
Spannweite31,63 m
Länge22,80 m
Höhe5,85 m
Flügelflächeca. 140 m²
Leermasseca. 16.000 kg entsprechend Modell
Startmasse29.710 kg

Technische Kurzbeschreibung:

Rumpf:
Ganzmetall-Schalenbauweise – verglaster Bug – aufgesetzte Flugzeugführerkabine – durchgehender Gang zu den Waffentürmen auf und unter dem Rumpf sowie zum Heckstand und zu den MG-Ständen.

 

Tragwerk:
Mitteldecker in Ganzmetallbauweise – Enteisungsanlage an Vorderkante.

 

Leitwerk:
Ganzmetallbauweise – sehr hoch aufragendes Seitenleitwerk schon ab Rumpfmitte – Vorderkante mit Enteisungsanlage.

Fahrwerk:
Haupträder in innere Triebwerke einziehbar, aber leicht hervorstehend – Heckrad steuerbar und einziehbar – alle Streben einfach bereift.

 

Bewaffnung(Kurzbeschreibung)

13 x 12,7 mm Maschinengewehre – zwei 12,7 mm MGs in den Türmen vorne unten, auf dem Rücken, im Heck sowie in der Unterrumpfkanzel. Zwei weitere im Bug in den Bugstutzen, eins im Funkraum und je eins links und rechts im Rumpf und eine max. Bombenlast von ca. 7.980 kg.

Das Cockpit befindet sich zwischen dem Bugabschnitt und dem Bombenschacht. Hier befinden sich die Flugsteuerungen des Piloten und des Co-Piloten, sowie die nötigen Fluginstrumente. Die Sicht von diesen Plätzen ist nicht sehr gut, da man nur nach vorn und zur Seite schauen kann. Besonders bei Start und Landung waren die Piloten auf die Hilfe der anderen Crewmitglieder angewiesen. In diesem Abschnitt gibt es auch einen Geschützturm, der oben hinter dem Cockpit aufsitzt.

 

Im vorderen Bugabschnitt befindet sich ein Abteil für den Bombenschützen und den Navigator, sowie einen elektrisch betriebener Kinnturm, der mit MGs “Browning M2” ausgerüstet ist und genau unter der Bombenschützen-Station angeordnet ist. An diesem Abschnitt der Maschine befinden sich weitere Maschinengewehre zu beiden Seiten des Bugs. Der Bombenschütze bedient das Bombenvisier und den Kinnturm mit zwei MGs. Der Navigator kann die in den Seitenfenstern befestigten Lafettenhalterungen mit den einzelnen MGs bedienen. Das Bombenvisier ist nur im Leitflugzeug installiert und der Rest der Bombenschützen wirft seine Bomben zusammen mit dem Leitflugzeug ab.

 

Im Bombenschacht, der sich direkt hinter dem Cockpit befindet, sind die Bomben gelagert, die vom Bombenschützen elektronisch oder von einem anderen Besatzungsmitglied mechanisch ausgeklinkt werden können. In der Mitte befindet sich ein Laufsteg (Eisenträger) und rechts und links die Halterungen für die Bomben. Unterhalb des Laufstegs befindet sich die Bombenschachtluke, die vom Bombenschützen kurz vor dem Abwurf geöffnet wird.

An beiden Seiten des Rumpfabschnitts befindet sich je ein freibewegliches MG in den Fenstern, die auf einer Lafette befestigt waren. Diese beiden Gewehre werden von den zwei Rumpfschützen bedient. Von großem Nachteil hierbei war, dass es sehr schwierig wurde, das MG bei 320 km/h in den Luftschraubenstrahl zu drehen. Dadurch wurde das Schussfeld stark eingeschränkt. Da dieses MG in der Praxis aber aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse und der Tätigkeit des Funkers fast nie in Gebrauch war, wurde es in späteren Versionen zur Gewichtseinsparung weggelassen.

Das Browning M2 ist ein in den Vereinigten Staaten entwickeltes schweres Maschinengewehr als Rückstoßlader mit kurzer Laufbewegung und starr verriegeltem Verschluss. Der Rückstoß ist so enorm, so dass das Maschinengewehr nur mit 2 Händen an Griffen gehalten werden kann.

Gesamtlänge:1.651 mm
Gewicht: (ungeladen)38,14 kg
Lauflänge:1.143 mm
Kaliber:50 (12,7 x 99 mm)
Mögliche Magazinfüllungen:Metallgurt mit 110 Patronen
Kadenz:600 Schuss/min

Am Heck des Flugzeuges ist die Position des Heckschützen. In seiner äußerst engen und unbequemen Kabine saß der Schütze vor zwei Browning-M-2 mit Kaliber 50 Maschinengewehren (12,7 mm). Diese Waffe ist an allen Geschützständen der B-17 im Einsatz. Es ist die Position mit dem schönsten Ausblick, – aber auch die gefährlichste Position im Flugzeug, weil Bomberformationen oft von hinten unten angriffen.

Hinter der Funkkabine und unterhalb des Rumpfes befindet sich ein Kugelturm, der mit zwei Zwillings-MGs “Browning M2” ausgerüstet ist. Der elektrohydraulisch angetriebene sog. Sperry-Browning-Kugelturm diente zur Absicherung des unteren Bereiches in alle Richtungen. Der Schütze liegt dabei auf dem Rücken, schaut aus einem kleinen Fenster aus dem Turm und zielt bzw. schießt praktisch durch seine Beine.

Geschützturm mit 2 Browning M2 MG´s, der oben hinter dem Cockpit aufsitzt

Die Funkkabine befindet sich direkt hinter dem Bombenschacht. Sie ist über einen Steg am Bombenschacht vorbei zu erreichen. Alle Nachrichten werden hier empfangen oder gesendet. Genau darüber ist ein weiterer Geschützturm aufgesetzt.

Sitz und MG Browning M2 im Heckgeschützstand

Hydraulik im hinteren Flugzeugbereich

Wright Cyclone R-1820 (Studebaker), Radial 9 Engine:

Der Wright R-1820 Cyclone war ein luftgekühlter 9-Zylinder-Sternmotor des US-amerikanischen Herstellers Curtiss-Wright mit einem Hubraum von 1820 Kubikzoll, was knapp 30 Litern entspricht. Die Bezeichnung R-1820 bedeutet Radial engine (= Sternmotor). Der aufgeladene Ottomotor war eine Weiterentwicklung des 1925 vorgestellten Wright P-2.

 

Die Produktion des R-1820 begann 1931 und dauerte bis in die 1950er Jahre an. Der Motor wurde auch bei Lycoming, Pratt & Whitney Canada und während des Zweiten Weltkrieges bei Studebaker gefertigt. Die Gesamtzahl der gebauten Motoren ist unbekannt.

 

Es wurden mehrere Serien des R-1820 für unterschiedliche Flugzeuge gefertigt, so zum Beispiel für die hier abgebildete Boeing B-17 Flying Fortress der Sternmotoren Curtiss-Wright R-1820-97 Cyclone mit 9 Zylindern und je 1.200 hp (894,8 kW) bei 2.300/min.

 

Technische Daten: (R-1820-C9HC)

  • Zylinder: 9, einreihiger aufgeladener luftgekühlter Sternmotor
  • Kraftstoffart: Benzin mit 87 Oktan
  • Ventile: 2 pro Zylinder, OHV, Auslass ist natriumgekühlt
  • Bohrung: 155,6 mm
  • Hub: 174,6 mm
  • Hubraum: 29,88 Liter
  • Länge: 1.213 mm
  • Durchmesser: 1.378 mm
  • Gewicht: 605 kg (trocken)
  • Lader: 1 einstufiger mechanischer General Electric  Zentrifugal-Lader an der Kurbelwelle
  • Vergaser: 2 Stromberg PD12K10 mit automatischer Gemischregelung
  • Schmierung: Trockensumpfschmierung
  • Leistung: 1.350 PS bei 2.700/min Startleistung, 1.000 PS bei 2600/min in 5.330 m
  • Spezifische Leistung: 20,88 kW / Liter
  • Verdichtung: 6,45:1
  • Luftschraubenuntersetzung: 0,5265:1 oder 0,666:1

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