Luftfahrtlexikon von Wolfgang Bredow

Tomahawk Cruise Missile

Marschflugkörper der US-Navy

Dies ist eine Flugtestversion des Tomahawk, eines US-amerikanischen Marine-Langstrecken-Unterschall-Marschflugkörper, das von Oberflächenschiffen und U-Booten gestartet wird.. Sie flog in vier Tests von 1976-1978. Operationelle Raketen werden von einer fest angetriebenen Booster-Rakete gestartet und von einem Turbofan-Jet-Triebwerk zu ihrem Ziel getragen.

 

Die Tomahawk Cruise Missile (BGM-109) ist ein weitreichender, subsonischer Marschflugkörper der US-Navy und gilt als eine der präzisesten und vielseitigsten Waffen ihrer Klasse. Entwickelt wurde sie in den 1970er Jahren durch General Dynamics (heute Raytheon). Seitdem wurde sie kontinuierlich modernisiert. Moderne Versionen – insbesondere die Block IV (Tactical Tomahawk) und Block V – verfügen über Erweiterungen in Reichweite, Zielgenauigkeit, Datenlink-Fähigkeiten und Wirksamkeit gegen maritime Ziele.

 

Tomahawks werden von Schiffen (Zerstörer, Kreuzer) und U-Booten aus Abschussrohren (VLS oder Torpedorohre) gestartet. Sie fliegen mit geringer Flughöhe (Terrain Following), um Radarerkennung zu vermeiden. Der Flugkörper nutzt ein komplexes Navigationssystem aus:

 

  • INS (Inertial Navigation System)

  • TERCOM (Terrain Contour Matching)

  • DSMAC (Digital Scene Matching Area Correlation)

  • GPS (Block III und neuer)

  • Zweidirektionaler Datenlink (ab Block IV)

Variantenüberblick

  • Block II (BGM-109C/D): Verbesserte Navigation, verschiedene Gefechtsköpfe

  • Block III: GPS, leichtere Struktur, effizienterer Turbofan

  • Block IV (Tactical Tomahawk): Datenlink, Kursänderung mitten im Flug, Zielaktualisierung

  • Block V: Aktuelle Modernisierung mit verbesserter Penetrationsfähigkeit und Anti-Schiffs-Version (Maritime Strike Tomahawk)

Präzisionsfähigkeiten

Durch TERCOM und DSMAC kann die Tomahawk Bilddaten des Zielgebiets mit gespeicherten Karten vergleichen, was eine außergewöhnlich geringe Treffabweichung ermöglicht. Mit GPS und Datenlink wurde die Präzision weiter gesteigert.

Tactical Tomahawk (Block IV) Besonderheiten

  • Kann mittendrin umgeleitet werden

  • Kann loitern (über dem Zielgebiet kreisen)

  • Empfängt Echtzeitbilder zur Zielbestätigung

  • Niedrigere Kosten gegenüber Vorgängern durch modulare Bauweise

Block V Verbesserungen

  • Block Va: Maritime Strike Tomahawk (Anti-Schiffs)

  • Block Vb: Verbesserte Zielpenetration für verstärkte Bunker

 

Technische Daten:

Bezeichnung109 Tomahawk;Cruise Missile der US Navy
HerstellerRaytheon;Seit 1997 Hauptauftragnehmer
Länge5,56 m mit Booster
Durchmesser0,52 m
Spannweite2,67 m mit ausgeklappte Flügel
Startgewicht1.300 kg je nach Variante
AntriebWilliams F107-WR-402 Turbofan – Subsonischer Marschflug
StartantriebFeststoffbooster – für Schiff / U-Boot start
Geschwindigkeitca. 880 km/h
Reichweite1.600–2.500 km – Variantenabhängig (Block V höher)
Flughöhe30–100 m über Grund; Terrain Following
NavigationINS / TERCOM / DSMAC / GPS;Block IV / V zusätzlich Datenlink
Gefechtskopfca. 450 kg Unitary (Sprengkopf) oder Submunition (ältere Blöcke)
GefechtskopftypenWDU-36/B, WDU-25/B; Penetrator und High-Explosive
LenkungAerodynamische Steuerflächen; Computergesteuert
ZielartenStationäre/Verstärkte Ziele, Schiffe je nach Variante
EinsatzplattformSchiff, U-Boot; US Navy
Block IV BesonderheitZieländerung im Flug; Datenlink
Block V BesonderheitErweiterte Anti-Schiffs-Fähigkeit; Maritime Strike Tomahawk
Erstflug1976; Programmstart in den 1970er
Erste Einsatzjahre1983;US Navy
Bekannte EinsätzeGolfkrieg, Kosovo, Irak, Syrien

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